2019
Verein Haslital Bier

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Die Bier Geschichte

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Bier ist eines der ältesten alkoholischen Getränke und reicht weit in die Menschheitsgeschichte zurück. In dieser Chronik reisen wir durch die Welt des mysteriösen Hopfen-Malz-Getränks. Wir tauchen ausserdem in die Biergeschichte innerhalb des Haslital ein. Hast oder kennst du weitere Informationen zur Geschichte des Bierbrauens im Haslital? Gerne belohnen wir Beiträge.

13`000 Jahren alt

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Die frühzeitliche Herstellung von Bier ist durch viele archäologische Funde belegt. So fanden Forscher im Jahr 2018 in einer Höhle in Israel Hinweise auf die Herstellung von einem Bier-ähnlichen Getränk. Der Fund südlich von Haifa wurde auf ein Alter von 13.000 Jahren datiert, in der Höhle könnte sich die älteste Brauerei der Welt befunden haben. Auch im sumerischen Ur muss ab 1800 vor Christus Bier bekannt gewesen sein, genau wie später bei den Babyloniern oder im alten Ägypten. (Quelle: www.spiegel.de am 02.02.2019)

9`000 v. Chr.

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Damals begannen die Menschen Gerste und Weizen zu kultivieren. Vermutlich wurde dabei auch das Mälzen von Getreide entdeckt, da davon auszugehen ist, dass urzeitliche Getreidelager selten vollkommen wasserdicht und trocken waren. Bier war lange Zeit nicht nur ein Nahrungsmittel, sondern auch ein Zahlungsmittel für Beamte, Offiziere und Soldaten. Die am Bau der grossen Pyramiden beteiligten Arbeiter erhielten Bier und Brot als Nahrungs- und Zahlungsmittel. Durch den Gärprozess war Bier deutlich länger haltbar als Wasser, da Krankheitserreger wegen des Alkohols ausser Gefecht gesetzt wurden.

3`000 v. Chr.

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In Mesopotamien zeugen Schriftstücke von gegen 20 geläufigen Biersorten im 3. Jahrtausend vor Christus. Aus der gleichen Periode stammen Abbildungen und Wandmalereien von Bier trinkenden Sumerern. Auch in Europa ist Bier seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. bekannt – darauf weisen Grabfunde im westlichen Dänemark hin. Bier war im Gegensatz zum Met vergleichsweise billig, da dem Getränk keinerlei Honig zugegeben wurde. Honig war damals das einzig bekannte Süssungsmittel und entsprechend aufwändig und teuer in der Beschaffung.

2`000 v. Chr.

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Die Babylonier führten Tradition und Kunst der Sumerer fort. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass König «Hammurabi» ein Gesetz für das Brau- und Gaststättengewerbe mit insgesamt 320 Paragraphen erliess. In diesem Gesetz waren u.a. Vorschriften über das Brauwesen, über den Besuch der Wirtschaften und die Gestaltung der Bierpreise enthalten. Für Hersteller von wässrigem Bier sah Hammurabi den Tod durch Ersäufen im eigenen Gebräu vor!

Von 1`000 vor 
bis 1`000 nach 
Chr.

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Obwohl im Alten Rom der Wein als bevorzugtes Getränk galt, brauten auch die Römer Bier. Populär war es vor allem in den Aussenbezirken des römischen Imperiums, wo Weintrauben nur schlecht gediehen. Unter Römern galt Bier jedoch als abscheulicher Trank der Barbaren und der Armen. Nichtsdestotrotz entwickelte zwischen den römischen Legionen entlang des Limes und den Germanen ein reger Handel. Auch die Griechen kamen mit dem Gebräu in Berührung. So richtig begeistern konnten auch sie sich jedoch nicht dafür. Anders war dies bei den Galliern: Die Vorfahren der Franzosen wollten sich von Eroberer Cäsar ihr Bier um keinen Preis verbieten lassen. Auch die Germanen schätzten den gegorenen Saft ausserordentlich. Nachgewiesen ist, dass sie den veredelten Gerstensaft sogar in religiösen Zeremonien einsetzten und ihn den Göttern als Opfer darbrachten. Weil sie Getreidekörner keimen liessen um sie anschliessend zu trocken und mit Wasser aufzukochen, anstatt erst ein ganzes Brot zuzubereiten, gelten die Germanen als Wegbereiter der modernen Bierbraukunst. Das Germanen-Bier zeichnete sich durch seine aufputschende und psychologisch stimulierende Wirkung aus, wodurch sie sich näher den Göttern fühlten und sich Mut für ihren Kampf gegen das römische Imperium antrinken konnten.

Im 1516

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Seit 1516 besteht die neue bayrische Landesordnung, in welcher auch die Inhaltsstoffe für Bier geregelt werden. Die Textpassage ist unter dem Namen „bayrisches Reinheitsgebot“ bekannt und besagt, dass ein Bier nur aus Gerste, Hopfen und Wasser gebraut sein darf. Später wurden noch Koriander, Lorbeer, Salz, Wacholder und Kümmel als Zusatzstoffe zugelassen. Am Grundrezept der meisten Biere hat sich somit seit 500 Jahren nichts verändert.

5. bis 15. Jahrhundert

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Im Mittelalter hielt das Bier auch in den Klöstern Mitteleuropas Einzug. So waren die dort ansässigen Mönche auch die Ersten, die dem Bier Hopfen als Gewürzmittel hinzufügten. Berühmt ist der Grundrissplan des Klosters St. Gallen aus dem Jahr 820, welcher gleich drei Brauereien aufzeigt. Eine Brauerei braute das Bier für die Mönche, eine für die zahlreich anreisenden Pilger und eine für weitere Gäste. In den Klöstern diente das Bier als wichtige Ergänzung zu den Mahlzeiten und erwies sich insofern in der Fastenzeit als nützlich, da während des Fastens ausschliesslich Flüssiges zu sich genommen werden

durfte.

17. Jahrhundert

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Im 17. Jahrhundert erteilte auf dem Gebiet der Schweiz der Kanton Bern erstmals eine Bewilligung zur gewerbsmässigen Herstellung von Bier. Aber eine eigentliche Brauindustrie entwickelte sich erst mit der Nutzung der grossen technischen Erfindung: Die Dampfeisenbahn sorgte für kürzere Transportzeiten zwischen Getreideanbauer, Bierbrauer und Händler. Von grösster Bedeutung für die Brautechnik war die im Jahre 1875 von Carl von Linde erfundene Kühlmaschine. Sie ermöglichte es den Brauern, während des ganzen Jahres eine gleich bleibende Bierqualität zu gewährleisten. Bereits 17 Jahre später wurde in der Schweiz mit der Abfüllung in Flaschen begonnen.

19. bis 20. Jahrhundert

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Im Zuge der Industriealisierung wurde auch das Bierbrauen rationalisiert. Durch Dampfmaschinen und die Eisenbahn wurde einerseits die Herstellung, andererseits aber auch der Transport des Bieres massiv vereinfacht. So setzte beispielsweise die Brauerei Feldschlösschen von Anfang an auf den Transport via Schiene und konnte ihr Bier schnell in der ganzen Schweiz anbieten.

1862 bis 1912

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Ob auch im tiefsten Berner Oberland, dem Bezirk Oberhasli Bier gebraut wurde, ist keine Frage. Einzelne übriggebliebene grüne Bügelflaschen aus der Jahrhundertwende belegen mit ihrer Etikette, dass die Bierbrauerei Ad. Michel in (Stein) Meiringen goldenes Flüssig verarbeitet hat.

 

Damals war die Herstellung von Bier eine sehr viel kompliziertere und ungeheur aufwendige Angelegenheit. Die Erfindung der Kühlgeräte kam erst später und hat eine erhebliche Erleichterung für den gesamten Brauvorgang und die anschliessende Lagerung gebracht. Das Bier, das auch Michel im Haslital herstellte und verkaufte, musste ja auch in Zeiten ohne Kühlanlagen lange haltbar bleiben, und das war schwierig genug. Mithilfe der Natur hatten sie eine erstaunlich effektive Kühltechnik entwickelt. In Meiringen wurde während des Winters jeweils in der «Balmglunte» südwestlich des Dorfs Eis gewonnen. Auf Grund seiner geringen Tiefe und der Sonnenarmen Winterzeit gefror der Teich rasch und für längere Zeit.

Die aus der Nachbarschaft angerückten Bauern trafen sich damals zum Eissägen, was sie lieblich klingend «Iischen» nannten. Die riesigen in Handarbeit zersägten Eisblöcke transportierten Sie mit  Pferdefuhrwerken zum Bahnhof Meiringen und von dort ins nahegelegene Eisdepot Meiringen. Man sagt, dass das gefrorene Wasser aus Balm sogar mit der Eisenbahn zur Eichhof-Brauerei nach Luzern gebracht wurde. Das legendäre «Iischen» musste zusammen mit dem Balmglunte der neuen Umfahrungsstrasse weichen und wurde beerdigt.

Eissägen: www.myswissalps.ch 

Flasche: www.schuetzengarten.ch

Im Jahre 1885

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Das Bier hat auch in der Schweiz den Wein als Nationalgetränk endgültig verdrängt und unter den 530 Brauereien begann sich mit den technischen Errungenschaften ein harter Konkurrenzkampf auszubreiten. Die kleinen Brauereien waren aus Kostengründen nicht imstande, davon zu profitieren und mussten der immer rationeller arbeitenden Konkurrenz weichen.

 

Dokumentation
Film von ZDF

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